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Bombers gewinnen HALFTIME!-Titel
Sie gewinnen den HALFTIME!-Titel: Simbabwes &quot;Opportunistic Infection Bombers&quot; (OI Bombers).</body></html>
Sie gewinnen den HALFTIME!-Titel: Simbabwes &quot;Opportunistic Infection Bombers&quot; (OI Bombers). Munyaradzi Dodho, Coach der Mannschaft, feiert den Sieg im Endspiel des HALFTIME!-Turniers. Das Team war mit 12 von 34 Treffern die torgefährlichste Mannschaft. Copyright: Lisa Skinner

Sie gewinnen den HALFTIME!-Titel: Simbabwes

BU: Sie gewinnen den HALFTIME!-Titel: Simbabwes "Opportunistic Infection Bombers" (OI Bombers). Munyaradzi Dodho, Coach der Mannschaft, feiert den Sieg im Endspiel des HALFTIME!-Turniers. Das Team war mit 12 von 34 Treffern die torgefährlichste Mannschaft. Copyright: Lisa Skinner


Wo sich Fußball und HIV/Aids-Behandlung treffen:
Stimmen von Fußballplätzen in Bulawayo

Die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2010 ist fast zu Ende und trotz der Enttäuschung darüber, dass Ghanas Black Stars jetzt nicht mehr im Rennen sind, ist die Aufregung im ganzen südlichen Afrika immer noch spürbar - selbst im nördlich von der Gastgebernation Südafrika gelegenen Simbabwe. Dort arbeite ich als Krankenschwester für Ärzte ohne Grenzen (MSF) in einem Projekt zur HIV/AIDS-Behandlung.

Da dies das erste Mal ist, dass ich einen Blogeintrag schreibe, musste ich mich natürlich auch mit der unvermeidlichen Frage herumschlagen: "Wo fange ich bloß an?" Also sprach ich mit unseren Sozialarbeitern und mit unserer Abteilung für Information, Bildung und Kommunikation und bekam so einen Eindruck davon, was HIV für unsere Patienten mit Fußball zu tun hat. Zu den vielen Aktivitäten von MSF in Bulawayo gehört es nämlich auch, die monatlichen Freizeitaktivitäten der HIV-Selbsthilfegruppen zu unterstützen.

Insgesamt gibt es in Bulawayo 145 Selbsthilfegruppen, die sich ein Mal pro Woche treffen. Und ein Mal pro Monat treffen sich alle der aus jeweils zehn Selbsthilfegruppen bestehenden Distrikte und spielen miteinander Fußball und Netzball. MSF leistet im logistischen Bereich Unterstützung und stellt Material zur Verfügung. Die Spieler und Spielerinnen erhalten Fußbälle, Erfrischungen und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, und der Transport ist für sie gratis. Wir fördern auch ein Empowerment-Programm für zentrale Personen in den Selbsthilfegruppen.

So beschloss ich vergangene Woche also, zu einem solchen Monatstreffen zu gehen, die Spieler und Spielerinnen zu treffen und zu hören, was sie über HIV, Fußball und die Weltmeisterschaft so denken. Hier sind ihre Geschichten:

Shedias, Leiterin einer Selbsthilfegruppe:
Shedias wurde im Jahr 2001 gegen Tuberkulose behandelt, machte damals auch einen HIV/Aids-Test und erfuhr, dass sie HIV-positiv ist.
"HIV-positiv zu sein ist wie Fußball spielen: entweder du gewinnst oder du verlierst. Ich glaube, ich werde gewinnen. Wenn wir als Team arbeiten und wenn wir positiv leben, können wir HIV besiegen. Einer der Spieler, auf die es wirklich ankommt, ist der Tormann. Er verhindert, dass HIV ein Tor schießt! Fußball ist ein schnelles Spiel, schnell wie HIV, aber wenn wir Fußball spielen, können wir auch netzwerken und miteinander sprechen und auf diesem Weg wichtige Informationen über HIV verbreiten", sagt Shedias.

Junior, Leiter einer Selbsthilfegruppe:
2006 machte Junior einen HIV/Aids-Test und erfuhr, dass er HIV-positiv ist. Er gründete die Selbsthilfegruppe "Victory", die nun 59 Mitglieder hat. Sie ziehen Kerzen, machen Erdnussbutter, und alle haben Gemüsegärten hinterm Haus. Diese Produkte verkaufen sie, und mit dem Geld, das sie dafür bekommen, zahlen sie die Schulgebühren ihrer Kinder und Medikamente zur Behandlung opportunistischer Infektionen. Diese Medikamente werden nicht immer zur Verfügung gestellt und müssen dann in Privatapotheken gekauft werden.
"Antiretrovirale Medikamente (ARV) sind die Verteidiger im Fußballspiel. Sie verhindern eine erneute Infektion und helfen uns dabei, stressfrei zu leben", sagt Junior.

Dick, Mitglied einer Selbsthilfegruppe:
Dick machte 2009 einen HIV/Aids-Test und erfuhr, dass er HIV-positiv ist. Im Januar 2010 begann er eine ARV-Behandlung. Zwölf Jahre lang hatte er als Fußballtrainer gearbeitet und ein Jugendteam in die Nationalliga begleitet. Dann wurde er krank und zog sich aus den Aufgaben, die er im Fußball übernommen hatte, zurück. Vor kurzem erzählte er seiner Familie von seiner HIV-Infektion, ein Schritt, der ihm durch seine ARV-Behandlung erleichtert wurde. Seine Familie erinnert ihn nun daran, seine Medikamente rechtzeitig einzunehmen. Jetzt, wo er sich besser fühlt, möchte er sich wieder stärker im Fußball engagieren.

Für mich war das Gespräch mit Menschen, die offen sind und positiv mit HIV leben, eine unglaublich anregende und reale Erfahrung. Sie zeigt mir, dass es bei HIV nicht nur darum geht, ARV-Medikamente einzunehmen, sondern auch darum, die psychische Seite dieser Krankheit zu bewältigen.

Joanne Sage ist eine australische Krankenschwester, die für MSF in Bulawayo (Simbabwe) arbeitet. Joanne stieß 2004 zu MSF und hat bereits im Sudan und in Äthiopien gearbeitet.