Fieldset
LKW-Konvoi, Generator-Notfall, Vertragsverlängerung

Seit Ende November ist Holger Hornauf für uns als Werkstattleiter in Bangui, Zentralafrikanische Republik. Bei seinem zweiten Einsatz dort bloggt der Kfz-Mechaniker über seinen Alltag zwischen kaputten Autos, Generatoren und netten Kollegen.

Am 2. Januar kehre ich wieder ins Arbeitsleben zurück und schaue als kleines Neujahrsgeschenk nach ordentlichen Arbeitsklamotten für meine Jungs. Außerdem kläre ich ab, welches Auto wohin geschickt wird. Die Gelände-Fahrzeuge bekommen zum Beispiel Stollenreifen und die hier in der Hauptstadt behalten die normalen. Und ich nehme die letzten Feinschliffe an unserer Flotte für die Projekte in der Stadt Batangafo vor. Unsere Geländewagen werden dorthin mit LKWs im Konvoi gefahren. Wirklich beeindruckend! Ich bin schon ein wenig neidisch, dass ich nicht mitfahren darf!

Der LKW mit unseren Geländefahrzeugen, die nach Batangafo gebracht werden sollen.

Ein Notfall mit dem Hauptgenerator

Ab jetzt arbeite ich auch für eine Woche mit einem Mechaniker weniger, da ich ihn für eine Reparatur in die Stadt Bambari schicke. Ansonsten sanieren wir noch das Eingangstor unserer Werkstatt: Einige Stellen werden geschweißt, Kugellager werden ausgetauscht, es wird geputzt, geschmiert und das Schloss wird ausgetauscht.

Dann wagen wir uns an ein Großprojekt: Wir haben hier einen fast neuen LKW stehen, den wir zum Transport von Gütern dringend bräuchten, der aber auf Grund eines elektronischen Problems nicht mehr läuft. Außerdem gibt’s noch einen Notfall bei den Kollegen: Der Hauptgenerator verliert viel Öl und muss deswegen abgeschaltet werden. Diagnose: Eine Dichtung ist defekt. Dummerweise ist die schlecht zu wechseln und wir haben sie nicht auf Lager. Also nehmen wir erstmal den Generator auseinander, um das alte Teil als Anschauungsmaterial einigen Händlern zu präsentieren. Zum Glück finden wir das Ersatzteil recht schnell!

Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk

In meiner Freizeit schaue ich bei einem Arbeitskollegen aus dem Krankenhaus vorbei, in dem ich 2016 gearbeitet habe, um ein bisschen zu quatschen. Hauptsächlich komme ich aber, weil wir Lust haben, ein großes Fußballturnier zu organisieren. Außerdem gebe ich meinen Arbeitskollegen ab Samstag einmal die Woche Englisch-Unterricht.

Am 11. Januar werde ich wunderbar überrascht: Eine neue Arbeitskollegin stellt sich vor, und als ich mich auch vorstelle, sagt sie: "Ah, du bist Holger? Dann habe ich ein Weihnachtsgeschenk für dich!“ Ärzte ohne Grenzen Deutschland hat sich ins Zeug gelegt und mir ein kleines Päckchen hierhergeschickt - wirklich lieb! Außerdem erfahre ich, dass mein Arbeitsvertrag, der eigentlich bis Ende Februar befristet war, bis Ende Juni verlängert wird und sorge damit für strahlende Gesichter bei meinen Mechanikern!

Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk von Ärzte ohne Grenzen aus Deutschland