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Ankommen
Erste Begegnungen
Erste Begegnungen

Erste Begegnungen

Am Freitag machten wir uns um 7:15 auf den Weg zum Gesundheitszentrum oder CDS (Centre de Santé). Als Christa mich fragte, was mein erster Eindruck war, als wir durch das Dorf liefen, wusste ich gar nicht recht, was ich antworten sollte. Ich denke ich war von der Einfachheit der Dinge beeindruckt, die die Realität von Armut durchscheinen ließ. Immer wieder kamen Kinder lächelnd angelaufen, nur um uns ein "Salamaleikum" oder "Bonjour, ca va?" zuzurufen. Auch diesen sah man die Armut an. Keines konnte man als proper bezeichnen, alle hatten sie mehr schlechte als rechte Kleidung an und alle sahen gewissermaßen "schmuddelig" aus. Im CDS angekommen, wurden erstmal kräftig Hände geschüttelt, bevor die Frühbesprechung losging. Als Örtlichkeit hierfür diente der Schatten eines großen Baumes mit darunter ausgebreiteten Matten, auf denen wir uns zu schätzungsweise 30 Leuten niederließen.

Ich war sehr gespannt, danach alles zu sehen. Und ich bekam alles zu sehen: Im Eingangsbereich Wartebänke und ausgebreitete Strohmatten, auf denen jeweils getrennt Frauen und Männer bereits warteten, bevor sie zur Registrierung aufgerufen wurden. Irgendwo draußen meckerte ein Esel, Kinder schrien, Mütter liefen mit ihrem im Tuch umgebundenem Kind schaukelnd umher. Immer wieder wurde ein Patient von irgendwem aufgerufen. Überall neugierige Blicke. Jemand sprach gleichzeitig mit der wartenden Gruppe über diverse Hygienemaßnahmen von der Nutzung der Seife bis hin zur Zahnbürste und demonstrierte entsprechende Bilder. Von dem heute wohl nur mäßigen Chaos mit dem artezimmer im Zentrum, gibt es Zugang zu den drei Untersuchungszimmern, wo drei Krankenpfleger mit zwei oder drei-jähriger Ausbildung (denn Ärzte gibt es hier nicht) ihre Sprechstunden abhalten. Ein weiteres Zimmer fungiert als Kreißsaal, daneben gibt es einen Verbandsraum und ein kleines Büro, das auch als kleiner Besprechungsraum genutzt wird. Auf der anderen Seite des Wartebereiches gibt es noch ein Sprechzimmer für die Schwangerensprechstunde mit entsprechender Strohmatte als Wartebereich davor. Daneben geht es zum Überwachungszimmer mit den stationären Patienten. Dahinter gibt es einen weiteren Raum mit schwer mangelernährten Kindern, denen es zu schlecht geht, um sie im ambulanten Ernährungsprogramm zu betreuen. Das ambulante Ernährungsprogramm ist in einem etwas abgetrennten Bereich auf der Eingangsseite untergebracht. Da die Sprechstunden an diesem Tag nur bis 11:30 gingen, war der Tag zwar recht schnell rum, doch bei satten 45 Grad und all dem Neuen begleitet von der erwartungsgemäß eingetroffenen 'Wilkommensmagenverstimmung' war ich erstmal reif für mein Tukul.