Groupe de champs
Verstärkung bedeutet auch eine neue Herausforderung

Seit ein paar Wochen bin ich nicht mehr der einzige Arzt in unserem Team in Duschanbe. Mir wurden zur Verstärkung zwei tadschikische Ärztinnen zur Seite gestellt. Beide kenne ich seit meiner ersten Woche hier. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein.

Seit ein paar Wochen bin ich nicht mehr der einzige Arzt in unserem Team in Duschanbe. Mir wurden zur Verstärkung zwei tadschikische Ärztinnen zur Seite gestellt. Beide kenne ich seit meiner ersten Woche hier. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein.

Die eine, Zulfiya, war vorher im NTP (National Tuberculosis Programme) für multiresistente Tuberkulose verantwortlich. Sie hat also sehr viel Erfahrung. Aber das heißt auch, dass wir ihren Chef um Erlaubnis fragen mussten, bevor wir ihre Bewerbung in die engere Wahl nehmen konnten. Sie ist eine sehr engagierte Ärztin, sehr bestimmt im Auftreten. Letzteres ist hier extrem hilfreich.

Die andere, Shamsia, arbeitete schon länger als Counselor in unserem Team. Sie kennt die Patienten außerordentlich gut, ist aber gelernte Gynäkologin. In ihrem Fall musste ich meine Kollegin Terry, unsere Psychologin im Team, um Erlaubnis fragen, da ihr natürlich jetzt als Konsequenz eine gute Mitarbeiterin fehlt.
Mir bleiben noch sechs Monate im Projekt. Einerseits klingt das lange, viele Einsätze mit Ärzte ohne Grenzen gehen nur drei bis sechs Monate. Andererseits würde ich meinem Nachfolger natürlich am liebsten ein möglichst eigenständiges Team überlassen.

Das bedeutet für die nächsten Wochen und Monate, dass ich nicht nur meine eigene Arbeit organisieren darf. Also Visiten in zwei Krankenhäusern, Hausbesuchen bei ambulanten Patienten, Treffen mit behandelnden Ärzten, Team-Meetings und noch so einiges mehr. Gleichzeitig übe ich den Spagat, einerseits Zulfiya und Shamsia so viel wie schon möglich eigenständig arbeiten zu lassen. Andererseits brauchen beide noch Anleitung, diese jedoch in ganz unterschiedlicher Art. Die eine mehr zur Arbeit von Ärzte ohne Grenzen, die andere vor allem zu Tuberkulose und allem was dazu gehört.

Verstärkung? Mit Sicherheit! Aber gleichzeitig auch erst mal die nächste große Herausforderung.