Feldgruppe
Fussball, Familie und eine neue Aufgabe

Mit dem Jeep reist Wolfgang von Goma nach Mweso. Ihn erwartet ein grosses Projekt und eine ebenso grosse Aufgabe. Doch erst einmal sucht Wolfgang das Wichtigste: den Kontakt zu den Menschen. 

Einige Tage später ...

Am Eingang des Labyrinths

Endlich geht es zum eigentlichen Ziel der Reise. Obwohl wir nur 100 Kilometer zurücklegen müssen, sind wir sechs Stunden unterwegs - durch grün bewaldete Berge und viele Dörfer. Die Kinder an denen wir vorbeifahren, winken fröhlich und kennen keine Kontaktscheu, wenn wir in den Pausen aussteigen. Wir erreichen unsere Unterkunft gleich am östlichen Ortseingang von Mweso, einer Kleinstadt mit vielleicht 20.000 Einwohner*innen. 

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Blick über die Kleinstadt

Ärzte ohne Grenzens Arbeit erstreckt sich auf den gesamten Gesundheitsdistrikt von Mweso, ein Gebiet mit mehr als 435.000 Einwohner*innen. Direkt neben unseren Hütten findet sich das staatliche Krankenhaus, das wir finanziell, logistisch und personell unterstützen, das aber eine völlig eigenständige Organisationsstruktur hat. Die Gebäude gehören der Kirche. Fast 300 Beschäftigte, darunter 140 Pflegekräfte und 14 Ärzt*innen versorgen im Monat etwa 1.200 Patient*innen stationär und einige mehr ambulant. Mit 240 Betten ist das Krankenhaus so gross, dass ich sicher viele Tage brauchen werde, um mich nicht mehr zu verlaufen!

Kennenlernen "en travaillant"

Bei unser Ankunft werden wir begeistert empfangen. Sogar meinen Namen bemühen sie sich, korrekt auszusprechen - Wolfgang ist ja kein einfacher Name für frankophone Menschen. Ich versuche erst einmal, die Mitarbeiter*innen der operativen Einheit kennenzulernen. Das dauert, bis die Namen zu den Gesichtern passen. Zum Glück wird das Französisch hier langsam und mit wenig Akzent gesprochen und niemand ist genervt, wenn ich nachfragen muss. Wir versuchen das „en travaillant“ und die gemeinsame Arbeit schafft schnell Anknüpfungspunkte.

Wichtige Fragen sind zunächst zu klären: Ob ich verheiratet bin? Ja. Wie meine Frau aussieht? ... - Danke, Smartphone! Wie viele Kinder wir haben? „Nur“ drei. Und welchen Fußballverein ich unterstütze? Jahn Regensburg kennt hier keiner, aber natürlich Bayern München.

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Clement, Pfleger in der Anästhesie, und ich in unserer Arbeitsumgebung.

Eine neue Herausforderung

Meine Aufgaben in den kommenden Wochen bestehen vor allem aus Supervision, Coaching und Ausbildung. Die Erwartungen des Teams überwältigen mich: Ich spüre den starken Wunsch der Kolleg*innen, jetzt schnell den Anschluss an die moderne Anästhesie zu finden, die einige in der Hauptstadt Kinshasa während ihrer Ausbildung gesehen haben, die meisten aber nur aus Internetvideos kennen.

Das wird eine Herausforderung, über die ich weiter berichten werde - beim nächsten Mal!