Feldgruppe
"No Time to Quit": Die WM ist zuende, der Kampf gegen HIV/Aids geht weiter
Tore schießen gegen HIV/Aids beim HALFTIME!</body></html>
Tore schießen gegen HIV/Aids beim HALFTIME! Event in Berlin

Tore schießen gegen HIV/Aids beim HALFTIME! Event in Berlin

„HALFTIME! – No Time to Quit HIV/Aids-Funding“ lautete also das Motto, unter dem die Teams von Ärzte ohne Grenzen in verschiedenen Ländern Events organisierten, um die drohende Finanzierungskrise von HIV-Projekten im Zuge der allgemeinen Fußball-Begeisterung auf’s Tapet zu holen. Die Welt soll Tore schießen im Kampf gegen HIV/Aids und die Möglichkeit dazu bestand in den vergangenen Tagen allen voran natürlich in Johannesburg, aber zum Beispiel auch in Blantyre in Malawi, in Genf und in Berlin. In Berlin stieg das HALFTIME!-Event am spielfreien Freitag, 9. Juli im WM-Klub Tante Käthe im Mauerpark.

34 Tore fielen allein beim HALFTIME!-Turnier in Südafrika. Und bedenkt man, dass das ja fast Profis sind, sind die Tore der engagierten Berliner Torschützen bei HALFTIME! im Mauerpark eine beeindruckende Leistung: Trotz Hitze beförderten sie den rosarot genoppten HI-Virusball 16 mal durch die Öffnungen der Torwand. Davon können die Niederländer und Spanier wahrscheinlich nur träumen.

Wie nötig das Engagement gegen HIV/Aids ist und auch in Zukunft sein wird, veranschaulichte dann der Vortrag von Stefanie Dressler und Volker Westerbarkey, die beide für Ärzte ohne Grenzen in einem HIV-Projekt in Epworth in Simabwe gearbeitet haben. Die Fotos der Menschenmassen, die dort jeden morgen anstehen, um behandelt zu werden, bleiben sicherlich vielen Zuhörern noch lange in Erinnerung. Bis zu 500 Patienten werden in Epworth an Hochtagen versorgt. Das klingt unglaublich viel, und ist doch wenig im Verhältnis zu den geschätzten 33.000 Menschen, die in Epworth eine ARV-Behandlung bräuchten. Von den geschätzten 220.000 Einwohnern dieses Vororts von Harare sind mindestens 15% HIV-positiv.

Konzentrierte Zuhörer beim Vortrag über das Projekt in Simbabwe

Konzentrierte Zuhörer beim Vortrag über das Projekt in Simbabwe

Der Einsatz der Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen vor Ort gibt den Patienten neue Kraft und Lebensfreude. In Epworth schlossen sich letztes Jahr HIV-positive Frauen zu einem Fußball-Team zusammen, den „ARV Swallows“. Sie wollten der Welt zeigen, dass auch sie Fußball spielen können. Inzwischen sind die „Positive Soccer Ladies“ in ihrem Land zu Stars geworden und es gibt einen Film über sie. Das HALFTIME!-Turnier in Jo’burg haben die ARV-Swallows zwar nicht gewonnen, aber bei der Filmvorführung im Tante Käthe eroberten die Ladies die Herzen der Zuschauer mit beherzten Pässen, fußballerischem Ehrgeiz und ihrem Lebensmut.

Den Musikern Ruffin N’koy featuring l’Universelle Grande Lokito aus dem Kongo und Westafrika fiel es in dieser Atmosphäre nicht allzu schwer, den afrikanischen Geist im Tante Käthe weiter zu beschwören. Das Publikum tanzte zu Liedern über „l’Afrique, l’Afrique“, lauschte still bei einem Lied, das von Menschen handelte, „die man vermisst, weil sie gestorben sind“, wie der Sänger Ruffin Nkoy erklärte. In Afrika, wo besonders viele Menschen von HIV/Aids betroffen sind, ist das immer ein Thema. Am Ende des Konzerts waren die Gäste begeistert. Die Musiker selbst übrigens auch. „Man müsste so etwas wie heute Abend überall auf der Welt machen“, sagte Charlie, der zweite Sänger nach dem Konzert. Das machen wir ja – HALFTIME! ist eine internationale Kampagne. Das hat Charlie gefallen.

No Time to Quit: die Kampagne geht weiter

No Time to Quit: die Kampagne gegen HIV/Aids geht weiter. Fotos: Barbara Sigge

„No Time to Quit HIV/Aids Funding“ lautet das Motto unserer Kampagne auch weiterhin. In Johannesburg, Blantyre und Berlin sind zahllose Menschen darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Finanzmittel im Kampf gegen HIV/Aids jetzt nicht reduziert und das Match gegen HIV/Aids nicht nach der ersten Halbzeit beendet werden darf. Der Kampf muss weiter gehen. Aber mit dem Ende der FIFA-WM 2010 ist es nun Zeit, diesen Blog zu beenden. Im Namen der HIV-positiven Fußballerinnen aus dem südlichen Afrika, der Teams von Ärzte ohne Grenzen in mehr als sechzig Ländern und für alle HIV-infizierten Menschen weltweit danken wir den Lesern für ihr Interesse und die moralische Unterstützung unseres Kampfes gegen HIV/Aids.

Wer das Thema weiterverfolgen möchte, findet weitere Informationen auf der website der Medikamentenkampagne unter

http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/medikamentenkampagne