Feldgruppe
Von kalten Füßen und rotem Sand

Zu meiner Vorfreude, die bisher überwogen hatte, gesellte sich Angst. Wie sich bei Ankunft schnell herausstellen sollte, hatte ich mir zu viele Sorgen gemacht. Als Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen wird man in Bangui sehr gut betreut.

The entrance gates to MSF's project in Bossangoa

Es ist ihr insgesamt zweiter Auslandseinsatz, ihr erster mit Ärzte ohne Grenzen. Sylvia Schaber ist Internistin und für uns in Bossangoa in der Zentralafrikanischen Republik. In ihrem Blog berichtet die junge Ärztin von neuen Erfahrungen und begeisternden Menschen, aber auch von harter Realität und schwierigen Herausforderungen.

Erste Schritte in der Zentralafrikanischen Republik

Seit Wochen freute ich mich auf die Abreise. Vor meinem Abflug habe ich dann ein Sicherheitsbriefing bekommen. Ehrlich gesagt war das der erste Moment, in dem ich kalte Füsse verspürte. Zu meiner Vorfreude, die bisher überwogen hatte, gesellte sich Angst. Wie sich bei Ankunft schnell herausstellen sollte, hatte ich mir zu viele Sorgen gemacht. Als Mitarbeiterin von Ärzte ohne Grenzen wird man in Bangui sehr gut betreut und durch das Sicherheitsbriefing hat man klare „Do’s and Dont’s“, an denen man sich orientieren kann. Das Angstgefühl, das mich noch in Deutschland heimgesucht hatte, war ebenso schnell wieder verschwunden, wie es gekommen war.

Am ersten Abend nach meiner Ankunft in der Zentralafrikanischen Republik sind wir in Bangui essen gegangen. Über das Wochenende konnte ich dann (fast) alle Orte in Bangui besuchen, an die wir als Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen ohne Sicherheitsbedenken hingehen dürfen: das Grand Café, der Supermarkt, einige Restaurants, das Schwimmbad in einem Sport Club und die drei Wohnhäuser, in denen andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wohnen.

Treffen mit Kolleginnen und Kollegen: Anästhesist Wolfgang und Krankenschwester Eline.

Treffen mit Kolleginnen und Kollegen: Anästhesist Wolfgang und Krankenschwester Eline.

Der lange Weg nach Bossangoa

Bevor es weiterging zum Projekt im Norden des Landes, warteten noch weitere Briefings: Kommunikation, Personalabteilung, medizinische Hinweise durch die Med Co – so nennt man die medizinischen Koordinatoren, die für die medizinischen Belange eines Projekts zuständig sind – und natürlich einmal mehr zum Thema Sicherheit. Es waren wieder sehr viele sehr nützliche Informationen. Dann machten wir uns endlich auf den Weg nach Bossangoa …

Doch statt, wie geplant, mit dem Flugzeug zu fliegen (der Flug wurde gecancelt), mussten wir einen Tag später mit dem Auto fahren. So wurde aus einem 50-minütigen Flug eine achtstündige Autofahrt, die allerdings auch ihre guten Seiten hatte: Auf halbem Weg habe ich meine Vorgänger (Matthias und Selene) zu einem kurzen Austausch treffen können. Es ist immer leichter, wenn Übergaben persönlich stattfinden. Und schlussendlich kamen wir, wenn auch mit rotem Sandstaub (von den Strassen) bedeckt und von unzähligen Schlaglöchern durchgeschüttelt, sicher und gut in Bossangoa an.

Auf den ersten Eindruck ist unser Camp in Bossangoa ein kleines Paradies: grün, gross, es gibt sogar eine „sky bar“ auf zwei Containern im Garten gebaut, von der aus man den Fluss nebenan sieht und den Sonnenaufgang beobachten kann.