Feldgruppe
Treffen Sie drei Frauen, die „Männerarbeit“ machen

Logistik ist das Herzstück unserer lebensrettenden Arbeit. Sie stellt sicher, dass unsere medizinischen Teams schnell und effektiv auf jeden Notfall reagieren können. Doch während wir die Gleichstellung der Geschlechter anstreben, ist Logistik generell weiterhin ein von Männern dominierter Bereich. Die belgische Logistikerin Karla stellt uns drei Frauen vor, die sich im Südsudan einen Namen gemacht haben.

Karla Claus (centre) with her fellow female logistics supervisors, Marine Leloup and Mariam Mahgoub

Grundsätzlich ist die Logistik bei Ärzte ohne Grenzen, aber auch im Allgemeinen eine Männerdomäne. In Großbritannien zum Beispiel sind 83 Prozent der 583 Logistiker*innen von Ärzte ohne Grenzen Männer.

In Maban, im Südsudan, wo ich von März bis September 2019 als Leiterin der sogenannten „Outreach-Logistik“, dem Bereich also, der dafür sorgt, dass unsere Mitarbeiter*innen die oft abgelegenen Orte, an denen unsere Hilfe gebraucht wird, erreichen. In der Outreach-Logisitk arbeiteten 100 Mitarbeiter*innen: Wächter*innen, Fahrer*innen, Mechaniker*innen, Arbeiter*innen, Funker*innen und Logistikaufseher*innen.

Normalerweise sind alle 100 solcher Positionen mit Männern besetzt. Als ich jedoch in Maban war, wurde das Logistikteam von drei weiblichen Aufsehern geleitet.

Für uns drei ist das Geschlecht kein Thema.

Mariam, Marine und ich hatten dasselbe Ziel, als es um unsere Rolle als Managerin ging: Wir wollten die Kompetenzen unseres Teams aufbauen – bis zu dem Punkt an dem wir selbst überflüssig würden.

Lernen Sie das Team kennen

Für Mariam war es der Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen. Zu ihren Aufgaben gehört die Verwaltung der Gesundheitseinrichtungen in Maban undder Gemeinschaftsunterkunft für die internationalen Mitarbeiter*innen.

Sie beaufsichtigt ein riesiges Team von Fahrer*innen, Wächter*innen, Funker*innen und Arbeiter*innen – allerdings nicht mehr lange! Die Logistikaufseherinnen übernehmen bereits die Führung bei vielen täglichen Aktivitäten.        

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Karla und das Maban Logistik-Team
Karla und das Maban Logistik-Team

Marine war in den vergangenen 18 Monaten Leiterin des Logistikteams. Sie stellt sicher, dass die Logistik-Strategie entsprechend der Sicherheitsrichtlinien umgesetzt wird. 

Was mich betrifft? Ich habe alle Einsätze im Rahmen des Maban-Projektes betreut,  die unsere weiter entfernt gelegenen Standorte betreffen. 

Eine Männerdomäne?

In Maban betreibt Ärzte ohne Grenzen ein Zentrum für medizinische Grundversorgung im Flüchtlingslager Doro und eine ambulante Gesundheitseinrichtung in der Stadt Bunj. Zudem bringen wir medizinische Hilfe in entlegene Gegenden. 

Unsere Arbeit in Maban ist eine echte Herausforderung. Wir verfügen über eine große Flotte von Generatoren, Hardtop- und Pickup-Trucks, einen Traktor und Quads, die gewartet, geplant und schließlich gefahren werden müssen.

Wir müssen viel Geduld haben, sehr flexibel und konstruktiv sein und den ganzen Tag über mehrere Aufgaben erfüllen.

Wir müssen die Kühlkette sicherstellen, um Medikamente und Impfstoffe auf der richtigen Temperatur zu halten. Wir bauen und verwenden Generatoren und Batterie-Backup-Systeme, um unsere Teams mit Strom und Licht zu versorgen.

Wir verwalten die Informations- und Kommunikationstechnologien für das Projekt, was im Südsudan eine bekannte Herausforderung ist.

Anpacken

Im Allgemeinen delegieren wir Aufgaben, schulen und betreuen Mitarbeiter*innen und beaufsichtigen das Personalmanagement sowie die strategische Umsetzung. Aber manchmal machen wir uns auch gerne die Hände schmutzig. Wir müssen „anpacken“. 

Wenn eine Pumpe kaputtgeht und wir sie reparieren können, ist das großartig. Wenn wir sie nicht reparieren können, dann ist es unsere Aufgabe, eine Person zu finden, die das kann.

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Quads sind eines der Transportmittel, die wir im Südsudan nutzen.
Quads sind eines der Transportmittel, die wir im Südsudan nutzen.

Theoretisch versuchen wir alles zu tun, was nötig ist, um dem medizinischen Team eine kontinuierliche Ausübung seiner Dienste zu gewährleisten und bei der Arbeit zu unterstützen.

In der Praxis müssen wir viel Geduld haben, sehr flexibel und konstruktiv sein und den ganzen Tag über mehrere Aufgaben erfüllen.

Die Zukunft der Frauen in der Logistik 

Ermutigend ist, dass Ärzte ohne Grenzen tragfähige Möglichkeiten aufbaut, um Frauen in „nicht-traditionellen“ Rollen in der Logistikabteilung der Organisation einzubeziehen. Hoffen wir, dass wir andere Frauen inspirieren und ermutigen können, sich der Logistik von Ärzte ohne Grenzen anzuschließen. Für uns drei ist das Geschlecht jedenfalls kein Thema.

Jede Person, die den Wechsel in die Logistikabteilung in Betracht zieht, sollte sich auf den Aufbau der eigenen Qualifikationen und Interessen konzentrieren. Das ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass Sie für eine Rolle ausgewählt werden, die zu Ihren Fähigkeiten passt.