Feldgruppe
Zweite Woche in Bangui: Wir brauchen einen neuen Mechaniker!

Holger Hornauf ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker und war das erste Mal 2016 für Ärzte ohne Grenzen sechs Monate in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz. Ein Jahr danach ist er als Werkstattleiter wieder in der Hauptstadt Bangui und bloggt über seine Erfahrungen.

Holger Hornauf ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker und war das erste Mal 2016 für Ärzte ohne Grenzen sechs Monate in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz. Ein Jahr danach ist er als Werkstattleiter wieder in der Hauptstadt Bangui und bloggt über seine Erfahrungen.

Ein Blick auf unsere Werkstatt

Die zweite Woche beginnt mit Bewerbungsgesprächen, da wir einen weiteren Mechaniker einstellen wollen und ich seine technischen Fähigkeiten beurteilen soll. Zwei der Bewerber sind echt top! Die Verträge werden gleich fertiggemacht.

Mit dem Auto liegen bleiben, so etwas muss nicht sein!

Ansonsten räume ich mit meinen Mitarbeitern die Werkstatt auf: Wir parken Autos um, putzen und schneiden Gras, denn die Werkstatt ist teilweise unter freiem Himmel. Wir müssen insgesamt 14 Generatoren an einen anderen Platz stellen – jeder von denen wiegt etwa eine Tonne! Aufgrund der fehlenden Hilfsmittel ist das gar nicht so einfach. Wir haben derart viele, weil wir uns nicht nur um die Generatoren und Fahrzeuge für Projekte in der Hauptstadt kümmern, sondern für alle im gesamten Land zuständig sind. Wir brauchen die Generatoren, auch Notstromaggregate genannt, wenn – wie es öfter vorkommt – der Strom ausfällt. Die örtliche Energiebehörde hat nicht die Kapazität, alle Stadtviertel gleichzeitig mit Strom zu versorgen, weswegen sie von Zeit zu Zeit in den einzelnen Stadtvierteln den Strom abschalten. Sie sind allerdings laut, verbrauchen Sprit und müssen eben auch gewartet werden.
 

Die Generatoren ohne Hilfsmittel zu bewegen, war gar nicht so einfach.

Das Hauptgeschäft besteht aber aus Inspektionen. Die sind hier auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse und der Belastung der Fahrzeuge schon nach 3000 km fällig. Grundsätzlich sollen die Autos natürlich einwandfrei laufen, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit machen können. Sie sind viel zwischen verschiedenen Städten und Dörfern unterwegs. Man stelle sich einen überaus anstrengenden Arbeitstag vor, an dessen Ende auch noch das Auto liegen bleibt. So etwas muss nicht sein.

Nie wirklich weg gewesen

In meiner Freizeit unterhalte ich mich lange mit einem Apotheker aus Kanada. Er ist gerade von einem dreimonatigen Einsatz in einem ziemlich kleinen Dörfchen zurückgekommen und hat Redebedarf.  Allgemein gibt es viele schöne Gespräche mit allen Mitarbeitern.

Am Mittwoch treffe ich mich mit meinen ehemaligen ortsansässigen Arbeitskollegen aus dem letzten Jahr. Die Mehrheit der Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind Leute, die hier auch aufgewachsen sind. Was für ein wunderschönes Wiedersehen! Wir unterhalten uns wunderbar über alte und neue Zeiten und irgendwie habe ich das Gefühl, nie wirklich weg gewesen zu sein.