Feldgruppe
Meine erste Woche in Bangui: Richtig herzlich empfangen!

Holger Hornauf ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker und war das erste Mal 2016 für Ärzte ohne Grenzen sechs Monate in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz. Ein Jahr danach ist er als Werkstattleiter wieder in der Hauptstadt Bangui und bloggt über seine Erfahrungen.

Holger Hornauf ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker und war das erste Mal 2016 für Ärzte ohne Grenzen sechs Monate in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz. Ein Jahr danach ist er als Werkstattleiter wieder in der Hauptstadt Bangui und bloggt über seine Erfahrungen.

Das bin ich bei meinem ersten Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik letztes Jahr.

Sonntag, 26. November 2017: Es geht los. Schon auf der Zugfahrt nach Paris bin ich nervös - diesmal nicht, weil ich nicht weiß, was auf mich zukommt, sondern, weil ich von meinem ersten Einsatz wirklich schöne Erinnerungen behalten habe! Von Paris aus geht es mit dem Flugzeug nach Casablanca und von dort aus nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Zwar werde ich, wie schon beim ersten Mal, von einer Hitzewelle (ca. 35°C bei hoher Luftfeuchtigkeit) erschlagen, aber daran gewöhn ich mich schnell und steige mit einem strahlenden Lächeln in Voraussicht auf den kommenden Einsatz aus.

Dann folgt der nervige Papierkram: Als Erstes (noch vor der Passkontrolle) wird der Impfpass gecheckt, dann die Passkontrollen und zu guter Letzt muss man noch ein Einreisedokument ausfüllen. Draußen warte ich auf meinen Fahrer, denn wegen der seit Jahren anhaltenden Konflikte ist es meist zu gefährlich, zu Fuß zu gehen. Damit der Fahrer mich leicht erkennt, habe ich extra mein T-Shirt von Ärzte ohne Grenzen an. Und voilà: Er kommt mir gleich entgegen und meint: „Sag mal, du hast uns doch letztes Jahr Englisch-Unterricht gegeben, oder? Wann machen wir weiter?“ - Was für eine schöne Begrüßung!

„Super nette Leute aus sämtlichen Ländern und Berufssparten“

Bei der Unterkunft werde ich richtig herzlich empfangen und sehr strukturiert gebrieft. Am ersten Abend kann ich mich einrichten in meinem hübschen, kleinen Zimmer für mich alleine, was bei solchen Einsätzen nicht immer selbstverständlich ist. Ich lerne außerdem die anderen im Wohnblock kennen, alles super nette Leute aus sämtlichen Ländern und Berufssparten.

Nach den zwei Tagen der Einführung betrete ich Mittwoch dann zum ersten Mal meinen wirklichen Arbeitsplatz: Eine kleine Werkstatt mit vier Mechanikern, die ein wenig abseits vom Hauptgebäude liegt. Zu meiner Überraschung ist das Lager gut bestückt und aufgeräumt und die Mitarbeiter wirklich gut ausgebildet. Der zukünftigen Zusammenarbeit kann also nichts mehr im Wege stehen! Und dann geht's auch gleich los: Bei einer kleinen Tour durch die Stadt kontrollieren wir die Notstromaggregate der einzelnen Gebäude. Die sind hier in Bangui sehr wichtig, weil in den einzelnen Stadtvierteln öfter der Strom abgeschaltet wird, da die örtliche Stromversorgung nicht für alle Gebäude der Stadt ausreicht.

„Wie klein die Welt doch ist!“

Dann rückt auch schon der 1. Dezember näher, der Nationalfeiertag in der Zentralafrikanischen Republik. Sich einfach mal mit einem Kollegen zusammenzusetzen und sich zu unterhalten, ist doch etwas Schönes und kommt in letzter Zeit ein wenig zu kurz. Nachmittags versuche ich, ein paar E-Mails zu beantworten und brauche dafür Stunden, weil die Internet-Verbindung so schlecht ist. Aber in weiser Voraussicht habe ich mir ein dickes Buch für meinen Einsatz mitgenommen.

Am Wochenende kann ich dann richtig entspannen: Samstag brunche ich im 'Grand Café' mit einer unserer Hebammen und am Sonntag geht's ins Freibad, wo ich zufällig einen Freund von mir aus einem Vorbereitungskurs vor meinem ersten Einsatz wiedertreffe - wie klein die Welt doch ist!