Feldgruppe
Wasser und Schweiss

Nach ihren Einsätzen u.a. im Südsudan und auf dem Mittelmeer hat unsere Krankenschwester Heidi Anguria ihre erste große Aufgabe im Megacamp in Cox’s Bazar bewältigt: eine Cholera-Impfkampagne für 900.000 Rohyngia, die hier Zuflucht gesucht haben. Gerade rechtzeitig, denn nun hat die Regenzeit eingesetzt ...

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Arbeiten im Ramadan bei sengender Hitze

Wie ich hörte, gab es in Deutschland fast die gleichen Temperaturen wie hier? Allerdings haben wir hier eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100%! An manchen Tagen ist man eigentlich schon verschwitzt bevor man das Haus verlassen hat.

Meine Teams und ich waren die letzten Tage mobil unterwegs, um die letzten Leute zu suchen, die mit Diphtherie-Fällen in Kontakt waren, und ihre Impfungen zu beenden. Wir waren durch diese Haus-zu-Haus Suche erfolgreich, aber es kostete viel Zeit und aufgrund des Ramadan enormen Einsatz der Mitarbeiter. Denn schliesslich gelten während des Ramadans spezielle Fastenregeln. An den Wasserpumpen kann man sich zwar kurz äusserlich erfrischen, aber das trockene Gefühl im Hals bleibt. Zudem wollen einige Leute nicht geimpft werden. Denn alles, was von aussen in den Körper kommt – so legen es zumindest einige aus – sei im Ramadan nicht gestattet.

Übergang zu den Routineimpfungen

Vor ein paar Tagen war ich wieder zu einer Besprechung im Gesundheitsamt zur Planung der Routineimpfungen. Gestern haben meine Teams und ich endlich mit der Arbeit anfangen können. Es klingt simpel, bedurfte aber einer sehr langen Vorbereitungsphase und einer guten Planung, um im ganzen Camp Impfstationen aufzubauen. Wir werden drei Tage die Woche an unseren festen Stationen zum Impfen sein. Und jeweils drei Tage sind alle mobil unterwegs, um die Menschen zu informieren und zu registrieren. Alle hier freuen sich über die neue Aufgabe. Für mich bedeutet es allerdings auch, dass ich sehr viel unterwegs sein muss, um alle Teams gut zu betreuen. Aber ich bin ja auch tausend Mal lieber im Lager unterwegs, als irgendwas im Büro zu machen :).

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Zuletzt hatte ich allerdings zwei Tage Zwangspause: Mein Visum muss verlängert werden und dafür mein Pass nach Dhaka. Ohne Pass dürfen wir aber nicht unterwegs sein. Tatsächlich hatte ich aber beide Tage sehr viel am Computer zu tun, die Tage wurden also gut genutzt und Al Noman, meine rechte Hand, hat mich gut vertreten.

Nicht nur medizinische Anliegen drängen

Die Menschen sind in Sorge um die Zukunft ihrer Kinder und es kommt jetzt noch ein neues Problem hinzu und zwar für beide Seiten: Es gibt immer weniger Brennholz. Und die Regenzeit hat begonnen. Es sind also keineswegs nur medizinische Probleme, die Sorgen bereiten.