Feldgruppe
Impfen, aufklären, impfen - "Ohne die Outreach Worker geht gar nichts!"

Ich bin jeden Tag im Camp unterwegs und besuche meine fünf Teams an ihren Impfposten. Alles, was irgendwie mit Impfen zu tun hat, fällt in meinen Bereich. Aber ohne Outreach Worker geht gar nichts!

Heidi's green lemonade

Unsere erfahrene Krankenschwester Heidi Anguria ist nach Einsätzen u.a. im Südsudan und auf dem Mittelmeer nun in Bangladesch. Im Megacamp in Cox’s Bazar, Zufluchtsort für Hundertausende Rohingya, erwartet sie eine große Aufgabe ...  

Impfen, aufklären, impfen

Schon ist wieder eine Woche vorbei und es ist mein freier Tag. An den anderen Tagen weiß ich nie genau, welcher Wochentag gerade ist … man arbeitet einfach immer. Die Haare kleben am Kopf, der Schweiß läuft andauernd und trotz vielem Trinken muss ich nie auf die Toilette – Alltag eben! Ich bin jeden Tag im Camp unterwegs und besuche meine fünf Teams an ihren Impfposten. Wenn keine Patienten da sind, findet Unterricht über die Krankheiten statt, gegen die geimpft wird. Die Mitarbeiter haben das zwar alles gelernt, aber eine Auffrischung schadet nicht.

Heidi visiting one of her vaccination teams in Kutupalong. Photo: Heidi Anguria

Während ich mit meinem wunderbaren Übersetzer Al Nouman unterwegs bin, reden wir viel über sein Land, die Kultur, Geschichte, Bräuche … und über das Essen. Manchmal lädt mich das jeweilige Team, z.B. zu grünen, harten Mangos ein, die man mit einer Salz-Chili-Mischung isst – sehr sauer, aber erfrischend! Oder Al Nouman und ich essen etwas Kleines an einem der unzähligen Stände. Die Gerichte sind eigentlich immer frittiert wie z.B. Somouzas, Chapati, Bällchen mit einer würzigen Kartoffelmischung und vieles anderes. Sehr lecker!

Neben meinen Teams besuche ich auch die Gesundheitsposten. Denn dort arbeiten jeweils Hebammen aus Bangladesch, die u.a. schwangeren Frauen gegen Tetanus und die Neugeborenen gegen Hepatitis B impfen. Alles, was irgendwie mit Impfen zu tun hat, fällt in meinen Bereich. Leider zählt dazu natürlich auch die Büroarbeit… :(

Ob kleine oder große Herausforderung: „Ohne die Outreach Worker geht gar nichts!“

Unsere Outreach Worker sind jeden Tag im Camp unterwegs und machen Gesundheitsaufklärung. Sie sagen den Menschen, wann und wo sie zum Impfen gehen sollen und suchen solche Menschen auf, die Kontakt mit Diphtheriefällen hatten. Sie führen auch regelmäßig Zählungen der Einwohner durch und vieles mehr. Ohne diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht gar nichts!

Eine ganz große Aufgabe steht jetzt bevor: Nämlich die bereits erwähnte Impfkampagne, die starten soll. Insgesamt sollen 985.000 Menschen geimpft werden! Das schließt 200.000 Bangladescher ein, die rund ums Lager leben. Natürlich macht Ärzte ohne Grenzen das nicht alleine, sondern alle Organisationen vor Ort werden unter der Leitung des Gesundheitsministeriums und der Weltgesundheitsorganisation zusammenarbeiten. Dafür habe ich gestern ein erstes Meeting besucht. Wie ihr euch aber sicher gut vorstellen könnt, werden bei den Dimensionen noch einige folgen.

Ihr glaubt nicht, wie geschäftig das Lager jeden Tag ist. Ich hatte ja schon erwähnt, dass alle Behausungen für die Regenzeit vorbereitet werden müssen. Dafür werden Unmengen an Bambusstämmen herbeigeschleppt. Ich habe mal versucht, einen anzuheben. Keine Ahnung, wie die Männer das schaffen. Überhaupt werden so viele Lasten mit Muskelkraft transportiert. Und Kinder und Jugendliche müssen hier bei vielen Aufgaben helfen. Außerhalb des Camps sind die Menschen im Moment mit der Reisernte beschäftigt, die zwei Mal pro Jahr stattfindet. So, dass war es für heute.

Wir hören uns nächste Woche wieder!