Feldgruppe
25.02.09 Elefanten geben Wasser

"Also, warum nennen sie sie Elefantenpumpen?", frage ich Precious als ich vor einem wasserblauen Betonrund stehe, das so hoch wie mein Kopf ist. An beiden Seiten sind Griffe und direkt vor mir springt eine Röhre hervor.

"Also, warum nennen sie sie Elefantenpumpen?", frage ich Precious als ich vor einem wasserblauen Betonrund stehe, das so hoch wie mein Kopf ist. An beiden Seiten sind Griffe und direkt vor mir springt eine Röhre hervor.

Precious Matarutse, 24, arbeitet seit einem Jahr für Ärzte ohne Grenzen daran, Wasser-und-Sanitär-Programme einzurichten - und ihre positive und enthusiastische Einstellung ist noch immer unbezwungen. So lang sie da draußen in den Gemeinden Menschen helfen kann, ist für sie nichts anstrengend. "Setz mich nur nicht hinter einen Schreibtisch", sagt sie mir lachend.

Dann lächelt sie und bittet mich, von der Pumpe etwas zurückzutreten. "Am Boden siehst du, dass die runden Formationen, auf denen die Leute stehen, um die Griffe zu bedienen, wie Elefantenohren aussehen, und unter dem Hahn ist eine kleine Furche, wie eine Schnauze." Sie hat recht, die Pumpe sieht aus wie ein Elefant!

Ärzte ohne Grenzen hat fast 30 dieser Elefantenpumpen in zwei Gegenden rund um die simbabwische Hauptstadt gebaut. Precious und ich sind gerade in Mabvuku Tafara, einer Gemeinde mit 150.000 Einwohnern. "Einige Gegenden haben seit mehr als einem Jahr kein Wasser", sagt Precious während wir durch die Gemeinde fahren und jede Pumpe kontrollieren, die Ärzte ohne Grenzen gebaut hat.

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Wir kommen zu einem Platz mit einer langen Schlange wartender Menschen mit Eimern und Kanistern in allen Farben, blau, grün, gelb. In der Nähe ist eine mittlerweile nicht mehr funktionierende Keramikfabrik, und darum nennen die Leute den Ort Keramik-Pumpe. Wir steigen aus unserem Minibus. Ein vier Jahre altes Mädchen in einem kurzen weißen Kleid kommt zu mir, um meine weiße Haut zu berühren, und alle lachen. Sie läuft davon.

Cleopas Kajekere, ein Mann, der in der Nähe der Pumpe lebt, hat sich ihrer Pflege angenommen. "Diese Pumpe arbeitet 24 Stunden am Tag", erzählt er mir während er auf die wartende Schlage guckt. "Vielleicht zumindest fünf am Tag." Ich frage mich, was er mit fünf meint und dann erklärt er: "Ja, etwa 5.000 Menschen kommen täglich, um Wasser zu holen." Die Schlange ist endlos, denn sobald Menschen mit ihrem sauberem Wasser Platz machen, werden sie von anderen ersetzt.

Nachdem Precious mit dem Team, das das Wasser chloriert, gesprochen hat, springen wir in den Minibus und fahren zur nächsten Station. "Was bedeutet Mavuku Tafara?", frage ich während wir über die Staubstraßen des Ortes rumpeln. "Wir frohlocken", antwortet unser Fahrer geistesabwesend. Er ist abgelenkt weil er versucht, durch einen Fluss zu fahren, der die Hauptstraße entlang fließt. Ich drehe meinen Kopf und schaue aus dem Fester und mir bleibt der Atem weg durch den Gestank, der mich trifft. Der fließende Fluss ist ein Fluss aus Abwässern.
Schnell bedecke ich mein Gesicht, es ist nicht auszuhalten. Doch überall laufen Menschen, spielen Kinder, vor kleinen Läden lungern Männer herum - direkt an Flussufer. Ich steige aus, um ein Foto zu machen, aber man kann kaum atmen. Ich bedecke meinen Mund und meine Nase mit einem Schal. Ein Mann kommt zu mir und wir starren beide auf den Fluss aus Abwasser. "Seit wann ist es schon so?", frage ich mit durch den Schal dumpfer Stimme. "Seit August." "Seit August?", schreie ich entsetzt. "Aa", sagt der Mann ruhig. "Das wird sobald nicht in Ordnung gebracht."