Feldgruppe
20.10.07, Psychiater und Psychologen gibt es hier nicht

Liebe Freunde,

Liebe Freunde,

seit Mittwoch Besuch der großen Tiere. Der Landesleiter und der medizinische Koordinator aus Nairobi sind da. Es wird eifrig geredet und diskutiert, und es gibt viele Vorschläge, in welche Richtung mental health im Projekt gehen sollte. Letztlich läuft es immer darauf hinaus, dass man den Leuten vor Ort etwas beibringen sollte, etwa den Mitarbeitern im örtlichen Krankenhaus. Wir werden irgendwann wieder weg sein, Psychiater und Psychologen gibt es hier nicht und es wäre gut, wenn ein paar Krankenschwestern und –pfleger eine Ahnung hätten, wie man verängstigten und depressiven Menschen wenigstens ein bisschen helfen kann.

Die Stimmung ist angespannt in der Region. Ich fahre mit in einen der wenigen Orte, die wir noch erreichen können, hoch in den Bergen, wo nicht geschossen wird, und habe ausnahmsweise die Gelegenheit, selbst ein diagnostisches Gespräch zu führen (der Mann hat ein Alkoholproblem), während einer der Berater übersetzt. Das macht natürlich mehr Spaß, als Interaktionen auf Suaheli zu verfolgen, die ich nicht verstehe. Am Abend bietet mir der Landesleiter an, einen Übersetzer für mich einzustellen; darauf werde ich wohl eingehen, weil es mich deutlich effektiver machen wuerde.

Viele Gruesse

Markus