Feldgruppe
16.11.07 Unruhen in Kapkateny, Fahrt dorthin zu gefährlich

Liebe Freunde,

Liebe Freunde,

nicht der großartigste aller Tage. Auf dem Weg zur Latrine, noch im Halbschlaf, rutschte ich auf dem hügeligen Gelände aus, verstauchte mir den Knöchel und riss mir die Hand an einem spitzen Stein auf. Wenigstens kann ich noch auftreten, ohne zu humpeln; ich beschloss, wie geplant nach Kapkateny mitzufahren, um mir einen Patienten anzusehen.

Dies ist der Tag der Vorwahlen, an dem, ähnlich wie in den USA, die Kandidaten für das Parlament direkt vom Volk bestimmt werden: überall Menschentrauben, mit Wahlplakaten beklebte Fahrzeuge voll bezahlter Jubler, großes Aufgebot an Polizei. Unterwegs per Funk die Nachricht, anzuhalten und abzuwarten. Zehn Minuten später: Unruhen in Kapkateny, Fahrt dorthin zu gefährlich, zurück zum Quartier. Nach insgesamt zwei Stunden Fahrt sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt, und haben absolut nichts ausgerichtet. Nicht sehr befriedigend.

Am Nachmittag endlich etwas Erfreuliches: die neue Ärztin kommt an, eine junge Frau aus Hongkong, erfüllt von Tatendrang. Den medizinischen Bericht für diese Woche muss ich zwar noch schreiben, aber dann kann ich mich wieder mehr auf meine eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

Viele Grüße
Markus