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10.03.09 Das Finden eines kleinen Wunders

Schließlich sind wir an der Nummer angekommen, die wir gesucht haben, müssen dann aber feststellen, dass Maria hier gar nicht wohnt; es ist das Haus ihres Bruders. Er erzählt uns, dass es da wo Maria wohnt keine Nummern gibt, und dass sie deshalb diese Adresse angibt.

Schließlich sind wir an der Nummer angekommen, die wir gesucht haben, müssen dann aber feststellen, dass Maria hier gar nicht wohnt; es ist das Haus ihres Bruders. Er erzählt uns, dass es da wo Maria wohnt keine Nummern gibt, und dass sie deshalb diese Adresse angibt. Er bietet an, uns den Weg zu zeigen.

Wir fahren die dreckige Straße solange entlang, bis es nicht mehr weiter geht. Danach nehmen wir einen schmalen Fußweg, der durch hohes strahlend grünes Gras führt und neben dem Mais in den Himmel wächst. Es ist schwer vorstellbar, dass wir noch in Harare sind. Wir erreichen eine kleine Siedlung, wo viele Kinder sind, einige Frauen, einige Hühner, eine Quelle.

Und dann kommt Maria auf uns zu, schüchternd lächelnd, und offensichtlich nicht mehr schwanger. Ich bin so glücklich, sie zu sehen, ich hatte das Schlimmste angenommen, auch wenn ich inbrünstig das Beste gehofft habe.

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Liliosa erklärt Maria, dass wir gekommen sind, um sie zu untersuchen, worüber sie recht erstaunt ist. Sie führt uns zu ihrem kleinen Haus, bestehend aus einem Raum mit Holzwänden und einem Wellblechdach. Auf dem Bett liegt ein kleines Wunder. Es ist ihre eine Woche alte Tochter, die sie stolz Takudzwa genannt hat, was in der lokalen Sprache soviel heißt wie "Wir sind geehrt worden". Das Kind ist makellos, sie versucht sogar ihre Augen zu öffnen und ich könnte schwören, dass sie gelächelt hat, als ich gegurrt habe.

Maria hat sie auf diesem Bett zur Welt gebracht. Zwei Tage, nachdem sie aus dem Choleracamp zurückgekommen ist. Sie hatte nicht nur kein Geld für die Krankenhausgebühren, sie hatte nicht einmal Geld, um den Transport in die Klinik zu bezahlen ($2).

Aber irgendwie hatte sie nur zwei Stunden lang Wehen, bevor Takudzwa das Licht der Welt erblickte. Es war eine einfache Geburt, ohne Komplikationen.

Nichts desto trotz ist die Zukunft ungewiss. Maria hat drei weitere Kinder. Das einzige Einkommen, das sie und ihre Schwester haben, ist, Fisch im Großhandel einzukaufen und ihn dann an Privatpersonen weiterzuverkaufen. Sie hat aber weder Geld, um für eine Nachsorgeuntersuchung in die Klinik zu gehen, noch ist sie in der Lage, die Kinder impfen zu lassen.

Dennoch, es liegt ein kleines Wunder vor uns und wir lächeln auf das Baby hinab. Maria sagt, dass sie trotz allem mit ihrer Tochter sehr glücklich ist.