Feldgruppe
05.11.07, Psychiatrie gilt als "weniger wichtig"

Liebe Freunde,

Liebe Freunde,

Mit dem Plegedienstleiter, der selbst aktiv am ersten Training teilgenommen hatte, habe ich heute zwei weitere vereinbart. Auch hatte ich endlich die Gelegenheit, ausführlicher mit dem Psychiatriepfleger zu sprechen, der sich vor Ort um psychisch Kranke kümmern soll: das tut er auch, allerdings sieht er nur ein paar Patienten pro Tag in der Klinik; die meisten, meint er, kommen erst gar nicht, weil der Weg zu weit ist und sie sich die Fahrt, falls es überhaupt eine Verbindung gibt, nicht leisten können. Laut Stellenplan sollte er den größten Teil seiner Zeit damit verbringen, direkt in den Dörfern zu arbeiten (gemeindenahe Psychiatrie heißt das bei uns), aber dazu bräuchte er ein Fahrzeug, das im nicht eben üppigen Gesundheitsbudget des Landes nicht enthalten ist. Dass ein Angebot auf dem Papier existiert, aber aus Geld- oder Personalmangel nicht in der Realität, ist ein alltägliches Phänomen in vielen Entwicklungsländern. Auch gilt, berichtet der Pfleger, Psychiatrie gemeinhin als "weniger wichtig" im Vergleich zu den Fächern der Körpermedizin. Das kommt mir sehr bekannt vor.

Viele Grüße,
Markus