Feldgruppe
Die Dinge, für die ich dankbar bin
No bikini but MSF shirts and manuals, and toys for the kids.</body></html>
Antonia sits next to her half-packed suitcase, full of MSF equipment and a teddy bear
No bikini but MSF shirts and manuals, and toys for the kids. Going through the nutritional guidelines again and again...

Antonia schrieb diesen Beitrag in frühen Dezember 2015

Nicht New York, Tokyo, Australien und Hawaii, sondern eher Südsudan, Afghanistan, Kongo oder Syrien. Nicht Hauptsaison, Badewetter und Touristenattraktionen werden meine Destinationen bestimmen, sondern Hungerkrisen, Epidemien, Krieg und Naturkatastrophen.

Diesen Monat hat mein 2 jähriger Vertrag mit der Emergency Unit von MSF begonnen. Ab jetzt heisst es, stets innerhalb weniger Tage bereit sein zu können, um für einen allfälligen Notfalleinsatz abzureisen. Gesagt getan…eben war ich noch nichts ahnend in einem Epidemiekurs in Paris, da klingelt in der 5 Minutenpause das Telefon und ich weiss dann, wo ich für die nächsten 2-3 Monate wohnen und arbeiten werde. Äthiopien. Sobald das Visum da ist, geht es los. MSF hat im Land eine beginnende Hungerskrise festgestellt und will nun so schnell wie möglich intervenieren, um die Folgen so gering wie möglich zu halten. Da ich selber noch keine Erfahrung mit Ernährungsprogrammen habe, wird mich für den Anfang eine erfahrenere Pflegefachfrau von MSF begleiten, um mich einzuarbeiten. Ich weiss das sehr zu schätzen, da ansonsten nur die Methode mit dem kalten Pool in Frage käme. Ich kenne sie bereits aus meinen Einsatz in Sierra Leone und freue mich sehr sie wieder zu sehen. Bei MSF lernt man sehr viele Menschen kennen. Über die ganze Welt hinweg. Aus einigen werden Freundschaften welche auch über einen Einsatz halten und es ist dann immer schön, diese Menschen nochmals zu treffen, auch wenn die Begebenheiten meist nicht so erfreulich sind. Wenn du da in einem dir völlig fremden Land ankommst, du keine Ahnung hast (und mit keine Ahnung meine ich wirklich keine Ahnung habenJ), was dich erwartet, du manchmal nicht sicher bist ob nun Dinge, die für dich ganz alltäglich sind wie Hände schütteln zur Begrüssung, hier jemanden beleidigen könnten und du am Flughafen eifrig nach einer weissen MSF Weste Ausschau hältst, weil du ohne deinen Chauffeur oft nicht mal die Adresse des MSF Büros kennst, dann ist ein bekanntes freundliches Gesicht unglaublich viel Wert.

Ich habe nun noch ein paar Tage um nochmals meine Familie und Freunde zu besuchen, das eine oder andere zu erledigen. Nochmals joggen gehen, die kalte Winterluft geniessen, einen frischen Gemüseauflauf essen, ohne Anspannung alleine durch die Stadt spazieren. Alles Dinge, welche in den nächsten 3 Monaten nicht haben werde. Aber genau deshalb schätze ich sie so sehr…ein Glas kaltes, klares Wasser direkt ab dem Wasserhahn...wow!!

Der nächste Bericht wird aus direkt aus Äthiopien geliefert, bis dahin, schöne Weihnachtszeit, schätzt was ihr alles geniessen könnt!