Fieldset
Massenimpfkampagne in der D.R.Kongo

Die Finger der Kinder, die gerade in der Kitulizo-Schule in Lubumbashi geimpft wurden, werden mit violetter Tinte markiert - so ist es möglich, bei der großangelegten Masern-Impfkampagne den Überblick zu behalten.

In den vergangenen sechs Monaten hat sich eine Masernepidemie in der Demokratischen Republik Kongo alarmierend ausgeweitet. Ärzte ohne Grenzen ruft zu einem konzertierten Einsatz auf, um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. „Der Masernausbruch gerät außer Kontrolle”, erklärt Gaël Hankenne, Landeskoordinator für Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo. „Seit September 2010 haben wir mehr als 1,5 Millionen Kinder geimpft, um der Krise entgegenzuwirken - aber die Krankheit verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Alle im kongolesischen Gesundheitssektor tätigen Akteure müssen die Epidemie zur nationalen Priorität erklären.”

Masern sind hochansteckend. Wenn die Bevölkerung nicht geimpft ist, können Masern bis zu 15 Prozent der erkrankten Kinder töten. Bei besonders anfälligen Gruppen - etwa bei Menschen, die auf der Flucht sind oder an Mangelernährung leiden - kann die Sterblichkeitsrate auf bis zu 25 Prozent ansteigen, wenn die Kranken nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. In weiten Teilen des Kongo ist das der Fall.

Foto: Gwenn Dubourthoumieu