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Hier bloggt Heidi Anguria, Kinderkrankenschwester aus Lübeck. Seit mehr als 25 Jahren engagiere ich mich für Ärzte ohne Grenzen. Als mein Sohn vor ein paar Jahren aus dem Haus war, habe ich meinen Job an der Uniklinik Lübeck aufgegeben, um nur noch für Ärzte ohne Grenzen zu arbeiten.
 
Nach meinem Einsatz auf dem Rettungsschiff „Aquarius“ verbrachte ich zum vierten Mal drei Monate in Lankien im Südsudan. Dort behandelten wir überwiegend Menschen, die an Leishmaniose erkrankt waren. Leishmaniose ist eine Infektionserkrankung, die von Sandmücken übertragen wird. Seit April 2018 bin ich in Bangladesch und arbeite im Süden des Landes in Cox’s Bazar in einem Camp für geflüchtete Rohingya. Ich bin für alle Aufgaben rund ums Impfen zuständig, u.a. unterstütze ich die Impfkampagne gegen Cholera der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
 
Im August 2017 begann eine Massenflucht der Rohingya, einer muslimischen Minderheit aus Myanmar, nach Bangladesch. Derzeit leben in dem Camp rund 800.000 Menschen in notdürftig errichteten Unterkünften ohne ausreichend sanitären Einrichtungen. Im Fokus der medizinischen Versorgung steht die Impfung von knapp einer Million Menschen, um möglichen Epidemien vorbeugen zu können.

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